Ein umstrittener Anwalt für die Umwelt

Fahrverbote für Dieselfahrzeuge könnten bald Realität werden. Doch wer hat das Thema überhaupt bis zum Bundesverwaltungsgericht gebracht? Die Deutsche Umwelthilfe. Ein Porträt.

Sie hat das Dosenpfand durchgesetzt und macht sich unter anderem für die Einrichtung von Umweltzonen in den Städten stark. Die Deutsche Umwelthilfe ist medial präsent.

Dabei ist sie verglichen mit anderen Naturschutzorganisationen wie NaBu oder Greenpeace eher klein. Nur etwa 90 Mitarbeiter und 270 Mitglieder zählt die Umwelthilfe. Dennoch macht sie durch harte Forderungen und Klagen immer wieder auf sich aufmerksam.

Geschäftsführer Jürgen Resch kritisiert vor allem die Autoindustrie: „Die Automobilindustrie hat kein Interesse, die Klimaschutzziele, zu denen sie sich verpflichtet hat, einzuhalten. Wo sind die Maßnahmen, wo sind die Werbungen, wo sind die Produkte dafür?“

Seit 1975 gibt es die Deutsche Umwelthilfe. Ihr Budget liegt laut Jahresbericht bei etwa acht Millionen Euro. Das ist nur ein Bruchteil des Budgets anderer Umweltorganisationen. Im Gegensatz zu anderen Umweltorganisationen machen Spenden nur einen kleinen Teil der Einnahmen aus.

Die meisten Gelder werden durch Klagen generiert. Die Umwelthilfe bringt Unternehmen vor Gericht, die Umweltrichtlinien verletzen. Ein Beispiel: Abmahnungen an Elektronikhersteller, die bei Kühlschränken die Energieeffizienz nicht ordentlich angeben.

Die Bußgelder und Erträge der ökologischen Marktüberwachung machen mehr als ein Viertel ihrer Einnahmen aus. Kritiker halten dies für reine Geldmacherei.

Doch Resch hält die Überwachung für notwendig: Weil es „ein aktives Wegschauen des Staates bei der Einhaltung von umweltbezogenen Verbraucherschutzvorschriften“ gebe, kontrolliere „die Deutsche Umwelthilfe als vom Bundesamt für Justiz zugelassene Verbraucherschutzorganisation“ eben die Einhaltung der Gesetze. Man finanziere die Arbeit aber nicht mit dieser „ökologischen Marktüberwachung“ – sondern sei froh, so die damit verbundenen Aufwendungen finanzieren zu können.

Fördergelder von Toyota

Umstritten sind auch die Fördergelder von Autoherstellern. So arbeitet die Umwelthilfe seit fast 20 Jahren mit Toyota zusammen. Deshalb sei man aber nicht weniger objektiv und kritisch – auch nicht gegenüber Toyota selbst.

„Wir haben Toyota auch bei den Dieselmotoren getestet und festgestellt, dass sie genauso betrügen wie andere Autohersteller. Also die Neutralität, die wir auch bei anderen Wirtschaftsunternehmen an den Tag legen, mit denen wir zusammenarbeiten, die haben wir bei Toyota auch“, so Resch.

Kritik kam zuletzt auch von BMW. Der Grund: Die Umwelthilfe hatte behauptet, dass die Bayern ihre Dieselmotoren manipuliert hätten und machte dies publik. Das sieht BMW-Chef Harald Krüger aber anders: „Ich kann nochmal wiederholen: Wir haben bei den Dieselfahrzeugen nicht manipuliert.“

Das beweise auch eine Unschuldsbestätigung des Kraftfahrtbundesamtes. Dennoch beharrt die Umwelthilfe darauf, dass BMW Motoren manipuliert habe. Aktuell führt die Umwelthilfe 19 Verfahren gegen neun Bundesländer. Das Ziel: Die Luftwerte verbessern und schmutzige Dieselfahrzeuge aus deutschen Städten verbannen.

Erschien ursprünglich auf tagesschau.de

Veröffentlicht von Kate

reist und schreibt für ihr Leben gerne und ist Journalistin. Ob sie Talent zum Schreiben hat? Geschmackssache! Darfst aber gerne mal probieren! ;)

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